Zuletzt geprüft: 6. Juni 2026
Notrufnummer 113 – Ihre Fragen, klar beantwortet
Rund um die geplante 113 für psychische Krisen gibt es viele Fragen. Hier beantworten wir die wichtigsten verständlich. Wichtig vorweg: Die 113 ist noch nicht erreichbar – nutzen Sie bitte die geprüften Angebote, die Ihnen schon heute helfen.
Akute Lebensgefahr?
Wenn für Sie oder eine andere Person unmittelbare Gefahr besteht, zögern Sie nicht:
Diese Nummern helfen schon heute
Solange die 113 nicht erreichbar ist, sind das die verlässlichen Anlaufstellen – kostenlos, auf Wunsch anonym, zuletzt am 6. Juni 2026 überprüft.
Mit festen Zeiten erreichbar
Häufige Fragen zur Notrufnummer 113
Die zwölf wichtigsten Fragen rund um die geplante 113 – kurz und verständlich beantwortet.
Was ist die Notrufnummer 113 überhaupt?
Die 113 ist eine geplante bundesweite Telefonnummer speziell für Menschen in psychischen Krisen. Sie soll – ähnlich leicht merkbar wie 110 und 112 – einen schnellen, professionellen Zugang zu Hilfe bei seelischen Notlagen bieten und an passende Krisendienste weiterleiten.
Ab wann kann ich die 113 anrufen?
Noch nicht. Laut Suizidpräventionsgesetz soll bis zum 30. Juni 2026 zunächst ein Konzept entwickelt werden. Bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme dürfte es realistisch noch bis 2027 oder 2028 dauern. Bis dahin nutzen Sie bitte die unten genannten, bereits heute erreichbaren Angebote.
Ist die 113 dasselbe wie die 110 oder die 112?
Nein. Die 110 ist für die Polizei, die 112 für medizinische Notfälle. Die 113 soll diese ergänzen – als eigene Nummer für psychische Krisen, bei denen ein ruhiges, fachkundiges Gespräch oft wichtiger ist als ein Einsatzfahrzeug.
Was wird ein Anruf bei der 113 kosten?
Voraussichtlich nichts. Geplant ist, dass die 113 – wie 110 und 112 – aus dem Festnetz und vom Mobiltelefon kostenlos erreichbar ist. Die Finanzierung soll aus öffentlichen Mitteln erfolgen.
Bleibe ich anonym?
Nach den bisherigen Plänen ja. Anonymität und Vertraulichkeit sollen Grundprinzipien sein; die endgültigen Regeln legt das Konzept fest. Die bereits heute erreichbare TelefonSeelsorge arbeitet anonym und vertraulich.
Wer soll das Gespräch entgegennehmen?
Geplant sind geschulte Fachkräfte mit Erfahrung in Krisenintervention und Suizidprävention – keine Warteschleife mit Tastenmenü, sondern direkter Kontakt zu einem Menschen.
Kann ich anrufen, wenn ich mir um jemand anderen Sorgen mache?
Ja. Die 113 soll ausdrücklich auch für Angehörige, Freunde und nahestehende Personen da sein. Schon heute beraten die TelefonSeelsorge und das Hilfetelefon auch besorgte Dritte.
Wird es die 113 auch als Chat oder Video geben?
Perspektivisch ist das vorgesehen. Neben dem Telefon sollen später Chat- und Videoangebote sowie eine Anbindung an die Notruf-App „nora“ möglich werden. Wer schon jetzt lieber schreibt, findet Chat-Angebote z. B. bei der TelefonSeelsorge oder bei krisenchat.
Soll es Beratung in anderen Sprachen geben?
Ja, mehrsprachige Unterstützung ist Teil der Planung – etwa durch mehrsprachiges Personal oder zugeschaltete Dolmetscher. Der Krisendienst Bayern berät heute bereits in über 120 Sprachen.
Soll die 113 barrierefrei erreichbar sein?
Das ist das Ziel: Zugänge etwa über Gebärdensprache-Video, Angebote in Leichter Sprache und technische Zugänglichkeit für Menschen mit Sinnesbehinderungen werden mitgedacht.
Was passiert nach dem Anruf – wie geht es weiter?
Je nach Situation soll das Gespräch selbst entlasten, oder es wird weiterführende Hilfe vermittelt: mobile Krisenteams vor Ort, regionale psychiatrische Dienste, Therapeuten oder Kliniken. Niemand soll allein gelassen werden.
An wen wende ich mich, solange die 113 noch nicht existiert?
Bei akuter Lebensgefahr an den Rettungsdienst (112) oder die Polizei (110). Für ein Gespräch rund um die Uhr an die TelefonSeelsorge unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Weitere geprüfte Anlaufstellen finden Sie auf dieser Seite.
Wann sollte ich die 113 wählen und wann die 112?
Bei akuter Lebensgefahr – etwa bei einem medizinischen Notfall oder unmittelbarer Selbst- oder Fremdgefährdung – wählen Sie immer die 112. Die 113 soll künftig für psychische Krisen ohne unmittelbare Lebensgefahr da sein. Solange die 113 nicht erreichbar ist, gilt: bei Lebensgefahr 112, sonst die TelefonSeelsorge.
Was ist der Unterschied zwischen der 113 und der 116117?
Die 116117 ist der ärztliche Bereitschaftsdienst für dringende, aber nicht lebensbedrohliche körperliche Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten. Die geplante 113 richtet sich dagegen an Menschen in psychischen Krisen. Zwei unterschiedliche Zwecke – die 116117 ist heute schon erreichbar, die 113 noch nicht.
So soll die 113 funktionieren
Die Planungen folgen einigen klaren Grundsätzen, damit das Angebot wirklich für alle zugänglich ist:
Eine Nummer, leicht zu merken
Kostenlos & niedrigschwellig
Rund um die Uhr
Geschulte Fachkräfte
Mehrsprachig & barrierefrei
Mobile Teams & Vernetzung
110, 112, 113 – welche Nummer wofür?
In Deutschland gibt es für unterschiedliche Notlagen unterschiedliche Nummern. Die geplante 113 soll diese ergänzen, nicht ersetzen. So ist die Aufteilung gedacht:
110 – Polizei
112 – Rettungsdienst & Feuerwehr
116 117 – Ärztlicher Bereitschaftsdienst
113 – psychische Krisen (geplant)
Die 113 im europäischen Kontext
Die 112 ist die einheitliche Notrufnummer in allen Ländern der Europäischen Union – kostenlos und rund um die Uhr. Sie bleibt auch nach Einführung der 113 die zentrale Nummer für lebensbedrohliche Notfälle. Die geplante 113 ist eine deutsche Ergänzung speziell für psychische Krisen und ändert an der europaweiten Rolle der 112 nichts.
Wie ein Gespräch mit der 113 ablaufen soll
Nach den bisherigen Plänen werden Anrufende direkt mit einer geschulten Fachkraft verbunden – ohne Tastenmenü. Diese hört zu, schätzt die Situation ein und entwickelt gemeinsam mit der Person die nächsten Schritte. Bei Bedarf wird weiterführende Hilfe vermittelt; in akuten Fällen können Krisenteams oder Rettungsdienste hinzugezogen werden. Das Gespräch soll vertraulich und auf Wunsch anonym sein.
Regionale & weitere Hilfe finden
Regionale Krisendienste ändern ihre Nummern und Zeiten gelegentlich. Damit Sie immer an die aktuell gültigen Kontakte gelangen, verweisen wir auf die offiziellen, laufend gepflegten Verzeichnisse:
Krisendienste & Beratungsstellen in Ihrer Nähe
Verzeichnis der Stiftung Deutsche Depressionshilfe – nach Region durchsuchbar, stets aktuell.
Zum Krisendienst-Finder →Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention
Vermittelt Kontakte zu Beratungs- und Hilfestellen für Betroffene und Angehörige bundesweit.
Hilfsangebote ansehen →TelefonSeelsorge – auch Chat & Mail
Neben dem Telefon (24/7) gibt es kostenlose Beratung per Chat und E-Mail.
telefonseelsorge.de →krisenchat – für junge Menschen bis 25
Kostenlose, anonyme Krisenberatung per Chat, rund um die Uhr.
krisenchat.de →[U25] – Online-Suizidprävention
Anonyme Mailberatung der Caritas für junge Menschen unter 25 in (suizidalen) Krisen.
u25-deutschland.de →Ärztlicher Bereitschaftsdienst
Telefon 116 117 und Arzt-/Bereitschaftspraxis-Suche bundesweit.
116117.de →Sie machen sich Sorgen um jemanden?
Angehörige und Freunde können viel bewirken – und sollten dabei auch auf sich selbst achten.
Was Sie tun können
- Bleiben Sie ruhig und hören Sie aktiv zu.
- Nehmen Sie Sorgen ernst – bagatellisieren Sie nicht.
- Bieten Sie Hilfe bei der Kontaktaufnahme mit Krisendiensten an.
- Achten Sie auf sich selbst – Selbstfürsorge ist wichtig.
Wo Angehörige Rat finden
- Beratung für Angehörige bei der TelefonSeelsorge und beim Hilfetelefon.
- Selbsthilfe-Kontaktstellen vor Ort über NAKOS.
- Regionale Beratungsstellen über den Krisendienst-Finder (siehe oben).
Quellen & weiterführende Informationen
- Bundesministerium für Gesundheit – Suizidprävention
- Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention
- TelefonSeelsorge Deutschland
- Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Diese Seite ist ein unabhängiges Informationsangebot und ersetzt keine ärztliche oder therapeutische Behandlung. Alle Telefonnummern werden regelmäßig überprüft; maßgeblich sind stets die Angaben der jeweiligen Anbieter.